Lebenslauf für Berufe

Lebenslauf für Köchinnen und Köche 2026: Aufbau, Muster & Formulierungen

Aktualisiert am 17. August 2026
13 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Jede Station braucht Rang und Posten; „Koch" allein sagt nichts. Die Brigade reicht vom Commis de Cuisine über Demi Chef de Partie und Chef de Partie bis zu Sous Chef und Küchenchef, der Posten benennt den Bereich – Saucier, Entremetier, Gardemanger, Pâtissier, Rôtisseur.
  • Der Betrieb gehört mit Größenordnung und Konzept dazu: „4-Sterne-Superior-Hotel, 180 Zimmer, Restaurant mit 90 Plätzen, Bankett bis 300 Personen, Küchenteam 14" ordnet Sie ein, „Hotel in Musterstadt" nicht.
  • Ab Chef de Partie zählen Kennzahlen statt Tätigkeiten: Wareneinsatzquote, Speisekartenwechsel pro Jahr, Warenvolumen im Einkauf, Dienstplanverantwortung, Zahl der Auszubildenden.
  • HACCP ist Pflicht, kein Alleinstellungsmerkmal – Eigenkontrollverfahren verlangt Artikel 5 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 von jedem Betrieb. Zählbar ist Ihre Rolle darin: Konzept erstellt, Allergenmatrix nach der Lebensmittelinformationsverordnung gepflegt, Kontrollen begleitet.
  • Saison-, Stage- und Auslandsstationen bündeln Sie zu einem Block mit Zeitraum, Häusern und Posten, statt zwölf Einzelzeilen zu listen – aus Unruhe im Lebenslauf wird so nachweisbare Breite.

Ein Lebenslauf für Köchinnen und Köche wird an drei Angaben pro Station gemessen: dem Rang in der Küchenbrigade, dem Posten, den Sie geführt haben, und der Größenordnung des Betriebs – Sitzplätze, Gedecke pro Tag, Küchenteam, Konzept. Gelesen wird das Dokument meist nicht von einer Personalabteilung, sondern vom Küchenchef selbst, und der entscheidet in einer Minute, ob Sie am Saucierposten eines À-la-carte-Restaurants mit 180 Gedecken bestehen oder ob Ihre Erfahrung aus der Gemeinschaftsverpflegung mit 1.800 Essen am Tag kommt. Beides ist etwas wert, aber es sind verschiedene Handwerke. Dieser Leitfaden zeigt den Aufbau vom Commis de Cuisine bis zur Küchenchefin, Kurzprofile mit Zahlen, wie Sie viele Saison- und Auslandsstationen bündeln, ohne eine Lückenoptik zu erzeugen, und welche Nachweise – HACCP, Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz, Allergenkennzeichnung – in den Lebenslauf gehören und welche nicht.

Worauf Recruiter beim Lebenslauf für Köchinnen und Köche zuerst achten

Zuerst der Rang: auf welchem Posten und in welcher Position der Brigade Sie zuletzt standen und wie lange. Danach der Betriebstyp, weil er über die Arbeitsweise entscheidet – À-la-carte-Restaurant, Hotelküche mit Bankett, Systemgastronomie, Klinik- und Betriebsverpflegung, Catering. Erst dann folgt der Küchenstil. Der dritte Blick gilt der Verweildauer pro Station: Wer alle sieben Monate wechselt, bekommt Rückfragen, auch in einer Branche mit hoher Fluktuation. Saisonverträge und Stagen erklären das – aber nur, wenn sie im Lebenslauf als solche gekennzeichnet sind. Bei Sous-Chef- und Küchenchef-Stellen wandert der Blick sofort auf Teamgröße, Dienstplan, Einkauf und Wareneinsatz. Fehlen diese Zahlen, wird die Bewerbung als Postenkoch-Bewerbung gelesen.

Aufbau: Die richtige Reihenfolge für Köchinnen und Köche

Der Lebenslauf folgt dem tabellarischen Standardaufbau – entscheidend ist, was in dieser Rolle nach oben gehört und wie ausführlich die einzelnen Abschnitte ausfallen. Für Köchinnen und Köche hat sich diese Reihenfolge bewährt:

  1. Kontaktdaten und Kurzprofil. Drei bis vier Zeilen: Jahre Berufserfahrung, letzter Rang und Posten, Betriebstyp mit Größenordnung, wichtigste Fortbildung, angestrebte Position.
  2. Berufserfahrung. Antichronologisch; die Kopfzeile jeder Station nennt Rang und Posten, darunter der Betrieb mit Sitzplätzen, Gedecken oder Essen pro Tag, Küchenteam und Konzept – erst dann drei bis fünf Ergebnisse.
  3. Saison-, Auslands- und Stage-Stationen (optional). Bei vielen kurzen Einsätzen ein eigener Block mit Gesamtzeitraum, Häusern, Ländern und Posten statt zwölf Einzelstationen im Hauptteil.
  4. Ausbildung. Abschlussjahr, Ausbildungsbetrieb und Kammer; bei zweijährigem Abschluss die Bezeichnung genau nennen (Fachkraft Küche), bei Externenprüfung den Zusatz nach § 45 Absatz 2 BBiG.
  5. Fortbildungen und Nachweise. Küchenmeister, Diätkoch, DGE-Zertifikat, Ausbildereignung nach AEVO, Allergen- oder Hygieneschulungen – jeweils mit Träger und Jahr. Pflichtunterweisungen bleiben draußen.
  6. Küchenkenntnisse und Sprachen. Posten, Küchenstile, Produktionsverfahren (à la minute, Cook & Chill, Sous-vide), Warenwirtschafts- und Rezeptursysteme, Sprachniveaus nach GER.

Kurzprofil für Köchinnen und Köche: Beispiele

Das Kurzprofil steht direkt unter den Kontaktdaten und beantwortet in drei bis fünf Zeilen, wer Sie sind, wie lange Sie was gemacht haben und wohin Sie wollen. Zwei Muster, die Sie an Ihre Zahlen anpassen:

  • „Koch mit sechs Jahren Erfahrung in der gehobenen Hotellerie, zuletzt als Chef de Partie Saucier in einem 4-Sterne-Superior-Haus mit 90 Restaurantplätzen und bis zu 180 Gedecken am Abend. Erfahren an vier Posten, zwei Wintersaisons in Südtirol, Bankettproduktion bis 300 Personen. Ausbildereignung nach AEVO (2024), Schulung Allergenmanagement (2023). Ziel: Sous-Chef-Position in einem à la carte geführten Haus mit regionalem Konzept."
  • „Küchenchefin mit 14 Jahren Berufserfahrung, davon sechs Jahre Küchenleitung in der Betriebsgastronomie mit 1.800 Essen pro Tag an zwei Standorten und einem Team von 22 Mitarbeitenden. Geprüfte Küchenmeisterin (IHK, 2019), diätetisch geschulte Köchin/DGE (2022). Verantwortung für Einkauf mit einem Warenvolumen von 2,4 Mio. Euro p. a., Kalkulation, HACCP-Konzept und Dienstplanung. Schwerpunkt: Speisenkonzepte für Gemeinschaftsverpflegung mit hohem Frischeanteil."

Berufserfahrung formulieren: Muster-Station und Beispiele

Jede Station braucht Zeitraum, Titel, Arbeitgeber mit Größenordnung – und darunter drei bis fünf Ergebnisse statt einer Aufgabenliste. So kann eine Station im Lebenslauf für Köchinnen und Köche aussehen:

05/2021 – heute · Sous Chef – 4-Sterne-Superior-Hotel, 180 Zimmer; À-la-carte-Restaurant mit 90 Plätzen, Bankett bis 300 Personen, Küchenteam 14
• Stellvertretende Küchenleitung für 14 Mitarbeitende, Dienst- und Urlaubsplanung für zwei Produktionsbereiche (à la carte und Bankett)
• Verantwortung für Bestellwesen und Inventur; Wareneinsatzquote im À-la-carte-Bereich innerhalb von zwei Jahren von 32 auf 28 Prozent gesenkt, ohne Portionsgrößen zu verändern
• Vier Speisekartenwechsel pro Jahr mitverantwortet, Kalkulation und Rezepturpflege für rund 60 Gerichte
• Bankettproduktion für Veranstaltungen bis 300 Personen, Spitzenlast 420 Gedecke an einem Abend
• Überarbeitung von HACCP-Konzept und Allergenmatrix nach Wechsel des Warenwirtschaftssystems; zwei amtliche Betriebskontrollen ohne Beanstandung

Der Unterschied zwischen einer schwachen und einer starken Formulierung liegt fast immer in Zahl, Umfang und Ergebnis:

Schwach (Aufgabe)Stark (Ergebnis)
Zubereitung von Speisen nach RezepturChef de Partie Saucier: Fonds, Saucen und Fleischgerichte für bis zu 180 Gedecke pro Abend, Mise en Place für zwei Servicezeiten
Einhaltung der HACCP-RichtlinienPflege des HACCP-Eigenkontrollkonzepts für zwei Küchen einschließlich Temperatur- und Rückstellprobendokumentation; zwei amtliche Kontrollen ohne Beanstandung
Mitarbeit bei der Erstellung der SpeisekarteVier Speisekartenwechsel pro Jahr, Kalkulation von rund 60 Gerichten auf einen Ziel-Wareneinsatz von 28 Prozent
Verantwortung für den EinkaufBestellwesen und Lieferantenauswahl für ein Warenvolumen von 620.000 Euro p. a.; Anteil regionaler Lieferanten von 35 auf 52 Prozent erhöht
Führung des KüchenteamsFachliche Führung von 14 Mitarbeitenden, Dienstplanung im Zweischichtsystem mit Teildiensten, Einarbeitung von sechs neuen Köchinnen und Köchen pro Jahr
Erfahrung in verschiedenen Betrieben gesammeltSechs Saisonstationen (04/2017 – 10/2021) in Hotellerie und Ferienresorts in Österreich, Südtirol und auf Sylt, jeweils fünf bis acht Monate, Posten Entremetier und Gardemanger

Kenntnisse: Hard Skills und Soft Skills für Köchinnen und Köche

Fachkenntnisse gehören als benannte Begriffe in den Lebenslauf – so, wie sie in Stellenanzeigen stehen, damit Recruiter und Bewerbermanagementsysteme sie finden. Soft Skills nur mit Beleg, nie als Adjektivliste.

Hard Skills (benennen)Soft Skills (belegen)
Posten: Saucier, Entremetier, Gardemanger, Rôtisseur, Pâtissier (Vertretung)Führung – 14 Mitarbeitende in zwei Produktionsbereichen, Dienst- und Urlaubsplanung
Abschluss Koch (IHK, 2018); Ausbildereignung nach AEVO (2024)Ausbildung – drei Auszubildende pro Jahrgang, Ausbildereignung nach AEVO (2024)
HACCP: Erstellung und Pflege von Eigenkontrollkonzepten nach Verordnung (EG) Nr. 852/2004Belastbarkeit – Spitzenlast 420 Gedecke an einem Abend, Zweischichtsystem mit Teildiensten
Allergen- und Zusatzstoffkennzeichnung nach der Lebensmittelinformationsverordnung (EU) Nr. 1169/2011, auch bei loser WareOrganisation – paralleler Warenfluss und Mise en Place für à la carte und Bankett
Kalkulation, Wareneinsatzsteuerung, Inventur und BestellwesenKostenbewusstsein – Wareneinsatzquote über zwei Jahre von 32 auf 28 Prozent gesenkt
Speisekartenentwicklung, Rezepturpflege, Menü- und Bankettplanung
Küchenstile: klassisch-französisch, regional-saisonal, mediterran; vegetarische und vegane Küche
Produktionsverfahren: à la minute, Sous-vide, Cook & Chill, Regeneration in der Gemeinschaftsverpflegung
Warenwirtschafts-, Rezeptur- und Dienstplansysteme in der Gastronomie
Deutsch C1, Englisch B2, Italienisch B1 nach GER

Ausbildung, Zertifikate und Weiterbildung

Die dreijährige Ausbildung zum Koch oder zur Köchin gehört mit Abschlussjahr, Ausbildungsbetrieb und Kammer in den Lebenslauf; seit dem 1. August 2022 gilt eine neue Ausbildungsordnung mit gestreckter Abschlussprüfung in zwei Teilen. Zum selben Datum kam der zweijährige Ausbildungsberuf Fachkraft Küche dazu – ein eigenständiger Abschluss, der anschlussfähig ist, wenn Sie das dritte Jahr zum Koch anhängen. Wer den Beruf ohne Ausbildungsvertrag gelernt hat, kann die Abschlussprüfung nach § 45 Absatz 2 Berufsbildungsgesetz als Externer ablegen; nachzuweisen ist das Eineinhalbfache der Ausbildungsdauer, für den Koch also mindestens viereinhalb Jahre einschlägige Tätigkeit. Für Leitungsstellen zählt die Fortbildung zum Geprüften Küchenmeister nach der KüchMeistPrV von 2003, im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 6; in der Gemeinschaftsverpflegung zusätzlich Diätkoch (IHK) oder das DGE-Zertifikat „Diätetisch geschulter Koch". Wer in die Betriebsleitung will, hängt den Geprüften Betriebswirt (IHK) an, der auf einer Fortbildung dieser Stufe aufbaut. Jede Fortbildung mit Träger und Jahr, sonst wird sie als Tagesseminar gelesen.

Rang, Posten und Betriebsdaten: die Kopfzeile jeder Station

Die Küchenbrigade ist die einzige Sortierung, die jeder Küchenchef ohne Nachfrage versteht: Commis de Cuisine (Jungkoch) direkt nach der Ausbildung, Demi Chef de Partie als Vertretung am Posten, Chef de Partie als Postenchef, Sous Chef als Stellvertretung der Küchenleitung, Küchenchef beziehungsweise Chef de Cuisine an der Spitze. Der Posten benennt den Bereich – Saucier, Entremetier, Gardemanger, Rôtisseur, Poissonnier, Pâtissier. Schreiben Sie beides zusammen: „Chef de Partie Gardemanger", nicht „Koch". Darunter kommt eine Zeile mit den Betriebsdaten, und die entscheidet über die Einordnung: Betriebstyp und Kategorie, Sitzplätze, Gedecke pro Tag oder Essen pro Tag, Größe des Küchenteams, Konzept und Bankettkapazität. Auszeichnungen wie ein Michelin-Stern oder Hauben gehören dazu, wenn das Haus sie zu Ihrer Zeit hatte – mit Jahresangabe. In kleinen Betrieben ohne Brigade übersetzen Sie die Struktur in Verantwortung: „Alleinkoch in einem Restaurant mit 60 Plätzen, Mittags- und Abendgeschäft, Einkauf und Kalkulation in eigener Verantwortung" sagt mehr als jeder französische Titel, den es dort nie gab.

Viele Stationen, Saisonverträge und Ausland: bündeln statt auflisten

In kaum einem anderen Beruf ist der Wechsel so normal und sieht auf Papier so schlecht aus. Zwölf Stationen in acht Jahren wirken als Einzelzeilen wie Unruhe, als Block wie Breite. Fassen Sie deshalb Saison- und Kurzeinsätze zu einem Abschnitt zusammen: Gesamtzeitraum als Überschrift, darunter eingerückt Haus, Ort, Posten und Dauer – „Saisonstationen 04/2017 – 10/2021: Ferienhotel Zillertal (Entremetier, 2 Wintersaisons à 6 Monate) · Strandhotel Sylt (Gardemanger, 5 Monate) …". Kennzeichnen Sie Saisonverträge auch als solche, sonst liest der Küchenchef Kündigungen. Ein Stage – die unbezahlte oder gering vergütete Hospitanz in einer fremden Küche – gehört mit Haus, Dauer und Ziel in den Lebenslauf, weil sie Lernbereitschaft belegt; nennen Sie sie „Stage" oder „Hospitanz", nicht „Praktikum", wenn Sie zu dem Zeitpunkt bereits ausgebildet waren. Auslandsstationen bringen den Sprachnachweis mit: Wer zwei Saisons in Südtirol gearbeitet hat, schreibt Italienisch mit Niveau in den Sprachenblock. Die Monate zwischen zwei Saisons sind keine Lücken, solange ein Halbsatz sie einordnet – wie Sie Unterbrechungen knapp erklären, ohne sich zu rechtfertigen, ist wichtiger als eine lückenlose Optik.

HACCP, Belehrung nach § 43 IfSG und Allergene: was zählt und was nicht

Drei Pflichten werden in Kochlebensläufen regelmäßig als Qualifikation verkauft, und alle drei sind keine. Ein HACCP-gestütztes Eigenkontrollverfahren verlangt Artikel 5 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 von jedem Lebensmittelunternehmen – „HACCP-Kenntnisse" unterscheidet Sie also von niemandem. Zählbar ist Ihre Rolle: Wer das Konzept für zwei Küchen geschrieben, die Temperatur- und Rückstellprobendokumentation eingeführt oder eine amtliche Kontrolle begleitet hat, schreibt genau das hin. Die Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz ist Einstellungsvoraussetzung für alle, die mit offenen Lebensmitteln umgehen: Die Erstbelehrung erfolgt vor der ersten Tätigkeit durch das Gesundheitsamt und darf bei Beschäftigungsbeginn nicht älter als drei Monate sein, danach wiederholt der Arbeitgeber sie mindestens alle zwei Jahre. Ins Kurzprofil gehört das nicht; wenn eine Stellenanzeige ausdrücklich danach fragt, genügt eine Zeile mit Datum im Kenntnisblock, die Bescheinigung selbst kommt zu den Anlagen. Gesundheitsdaten und Impfnachweise haben in Bewerbungsunterlagen ohnehin nichts zu suchen. Anders bei Allergenen: Die 14 kennzeichnungspflichtigen Stoffe nach Anhang II der Lebensmittelinformationsverordnung (EU) Nr. 1169/2011 müssen auch bei loser Ware ausgewiesen werden, und wer die Allergenmatrix eines Betriebs aufgebaut oder auf ein digitales System umgestellt hat, hat damit ein echtes Ergebnis für den Lebenslauf.

Wechsel in Gemeinschaftsverpflegung, Industrie oder Produktentwicklung

Der Weg aus der Abendgastronomie in geregelte Arbeitszeiten führt fast immer über die Gemeinschaftsverpflegung – Klinik, Senioreneinrichtung, Kita, Betriebsrestaurant, Catering. Dort gilt eine andere Währung: nicht Gedecke, sondern Essen pro Tag; nicht Tellergestaltung, sondern Kalkulation pro Portion, Cook & Chill, Regeneration, Kostformen und die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Übersetzen Sie Ihre Erfahrung in diese Größen, statt sie zu wiederholen: „Produktion von 450 Mittagessen täglich in Cook & Chill, davon vier Kostformen" statt „Kochen in der Großküche". Für den Schritt in die Lebensmittelindustrie oder Produktentwicklung zählen andere Stichworte – Rezepturentwicklung und Upscaling vom Küchen- in den Anlagenmaßstab, Sensorik, Spezifikationen, Zusammenarbeit mit Qualitätssicherung und Einkauf, Standards wie IFS Food. Wer aus der Küche kommt, hat das Produktwissen; im Lebenslauf muss die Sprache des Zielbereichs stehen. Wie Sie einen solchen Übergang begründen, ohne sich klein zu machen, zeigt der Leitfaden zum Lebenslauf für Quereinsteiger.

In den Bewerbungen, die wir seit 2013 für die Gastronomie erstellt haben, fehlte selten die Erfahrung – es fehlte der Betrieb. „Koch, Hotel Musterhof, 2019–2023" lässt einen Küchenchef raten, ob dahinter 40 Gedecke stecken oder 400. Ein Sous Chef aus der Ferienhotellerie hatte in acht Jahren an sechs Häusern gearbeitet und das als sechs Zeilen ohne eine einzige Zahl abgebildet. Nach der Umstellung auf Rang, Posten, Sitzplätze, Gedecke und Teamgröße – und einem gebündelten Block für die drei Saisonstationen – drehte sich das erste Telefonat nicht mehr um seine Wechsel, sondern um den Wareneinsatz. Wer den Betrieb nicht beschreibt, wird nach unten eingeschätzt, nicht nach oben.

Häufige Fehler im Lebenslauf für Köchinnen und Köche

Die meisten Schwächen sind keine Rechtschreibfehler, sondern Gewichtungsfehler – zu viel Aufgabe, zu wenig Ergebnis, zu wenig Rollenbezug. Diese Punkte fallen in dieser Berufsgruppe besonders häufig auf:

  • Nur „Koch" als Positionsbezeichnung – Rang und Posten fehlen. Zwischen Commis de Cuisine und Chef de Partie Saucier liegen mehrere Berufsjahre und zwei verschiedene Verantwortungsstufen.
  • Betrieb ohne Größenordnung – Sitzplätze, Gedecke oder Essen pro Tag, Küchenteam und Konzept entscheiden darüber, wie Ihre Erfahrung gelesen wird. Der Name des Hauses allein sagt außerhalb der Region nichts.
  • Tätigkeitskatalog statt Verantwortung – „Vor- und Zubereitung von Speisen, Mise en Place, Einhaltung der Hygienevorschriften" steht in fast jeder Kochbewerbung und unterscheidet Sie von niemandem.
  • HACCP als Qualifikation verkauft – Eigenkontrollverfahren sind nach Artikel 5 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 für jeden Betrieb Pflicht. Interessant ist nur, was Sie darin aufgebaut oder verantwortet haben.
  • Jede Saisonstelle einzeln gelistet – zwölf Einzelstationen auf zwei Seiten wirken wie Unruhe. Als Block mit Zeitraum, Häusern und Posten wird dasselbe als Breite gelesen.
  • Belehrung und Gesundheitsnachweise im Kurzprofil – die Bescheinigung nach § 43 Infektionsschutzgesetz hat jeder, der mit offenen Lebensmitteln arbeitet; sie ist Einstellungsvoraussetzung, kein Unterscheidungsmerkmal.

Verwandte Berufe und Situationen

Lebenslauf für Köchinnen und Köche jetzt erstellen – mit ATS-getesteten Vorlagen

Häufig gestellte Fragen

Rang und Posten zusammen in der Positionszeile: „Chef de Partie Saucier", „Demi Chef de Partie Gardemanger", „Sous Chef". Der Rang zeigt die Verantwortungsstufe in der Brigade, der Posten den Bereich. Darunter folgt der Betrieb mit Größenordnung – Sitzplätze, Gedecke pro Tag, Küchenteam, Konzept. In kleinen Küchen ohne Brigadestruktur beschreiben Sie stattdessen die Verantwortung, etwa „Alleinkoch, 60 Plätze, Einkauf und Kalkulation eigenverantwortlich".
Als gebündelten Block statt als Einzelzeilen. Überschrift mit dem Gesamtzeitraum, darunter eingerückt Haus, Ort, Posten und Dauer je Einsatz. Kennzeichnen Sie Saisonverträge ausdrücklich als solche, sonst werden sie als Kündigungen gelesen. Die Monate zwischen zwei Saisons bekommen einen erklärenden Halbsatz – Reise, Weiterbildung, Familienzeit. So entstehen aus zwölf Stationen zwei Blöcke, und der Lebenslauf bleibt auf zwei Seiten.
In der Regel nicht. Die Erstbelehrung durch das Gesundheitsamt ist Voraussetzung für jede Tätigkeit mit offenen Lebensmitteln, darf bei Beschäftigungsbeginn nicht älter als drei Monate sein und wird danach mindestens alle zwei Jahre vom Arbeitgeber wiederholt. Sie haben also alle. Fragt eine Stellenanzeige ausdrücklich danach, genügt eine Zeile mit Datum im Kenntnisblock; die Bescheinigung selbst legen Sie dem Arbeitgeber vor.
Ja – die Berufsbezeichnung Koch ist nicht geschützt, und viele Betriebe stellen nach Können ein. Schreiben Sie Ihre Praxis dann so konkret wie möglich: Posten, Betriebstyp, Gedecke, Jahre. Wer den Abschluss nachholen will, kann die Prüfung nach § 45 Absatz 2 Berufsbildungsgesetz als Externer ablegen; nachzuweisen sind mindestens viereinhalb Jahre einschlägige Tätigkeit. Ein laufendes Verfahren gehört mit Kammer und geplantem Prüfungstermin in den Lebenslauf.
Zahlen zur Führung und zur Wirtschaftlichkeit. Teamgröße und Dienstplanverantwortung, Einkaufsvolumen und Wareneinsatzquote, Zahl der Speisekartenwechsel, Bankettkapazität, Ergebnisse aus Kontrollen und Audits, Ausbildungsverantwortung. Dazu die Fortbildung mit Jahr, meist Geprüfter Küchenmeister (IHK) nach der Verordnung von 2003, im Deutschen Qualifikationsrahmen auf Niveau 6. Ohne diese Angaben wird auch eine langjährige Küchenleitung als Postenerfahrung gelesen.
Zwei Seiten, auch nach 15 Jahren in der Küche. Die letzten zehn Jahre bekommen den Raum mit Rang, Posten, Betriebsdaten und Ergebnissen; frühere Stationen schrumpfen auf eine Zeile, Saisoneinsätze wandern in einen Sammelblock. Praktika vor der Ausbildung lassen Sie ab etwa fünf Berufsjahren weg. Arbeitszeugnisse, Zertifikate und Bescheinigungen zählen nicht mit – sie sind Anlagen.