Lebenslauf für Berufe

Lebenslauf für Logistiker und Supply-Chain-Manager 2026: Aufbau, Muster & Formulierungen

Aktualisiert am 17. August 2026
12 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Jede Station braucht ein Mengengerüst: Lagerfläche und Palettenplätze, Sendungen oder Aufträge pro Tag, Fuhrparkgröße, Teamgröße, Schichtmodell. Ohne diese Angaben ist „Logistik" eine Branchenangabe und keine Erfahrung.
  • Die Branche hat einen eigenen Kennzahlenkanon: Liefertreue (OTIF), Kommissionierfehlerquote, Bestandsgenauigkeit, Frachtkosten je Sendung, Auslastung. Zwei bis drei Werte pro Station genügen und heben den Lebenslauf sofort ab.
  • Systeme namentlich nennen – SAP EWM, MM oder WM, das eingesetzte WMS und TMS, Pick-by-Voice, MDE, ATLAS. Genau nach diesen Begriffen filtern Recruiter und Bewerbermanagementsysteme.
  • Zusatzscheine mit Grundlage und Jahr: Staplerschein nach DGUV Grundsatz 308-001, ADR-Schulungsbescheinigung nach Kapitel 8.2 ADR (fünf Jahre gültig), Ladungssicherung nach VDI 2700a. Wer nur „Gefahrgut" schreibt, wird auf der niedrigsten Stufe eingeordnet.
  • Ab Leitung und Supply Chain Management zählen Steuerungsgrößen statt Handgriffe: verantwortetes Logistikbudget, Standorte, Dienstleistersteuerung, Bestandswert und Reichweite, Logistikkostenquote.

Ein Lebenslauf in der Logistik wird an zwei Angaben gemessen: am Mengengerüst und an den Kennzahlen. „Zuständig für Wareneingang, Kommissionierung und Versand" beschreibt jede zweite Stelle der Branche; „Zentrallager mit 18.500 Palettenplätzen, rund 1.400 Kommissionieraufträge pro Schicht, Liefertreue von 94,2 auf 98,1 Prozent" ordnet Sie in drei Sekunden ein. Dazu kommt eine Eigenheit dieser Berufsgruppe: Zusatzscheine entscheiden häufig über die Einladung, weil ein gültiger Stapler- oder Gefahrgutnachweis den Einsatz ab dem ersten Tag erlaubt – und weil sie ebenso häufig falsch bezeichnet werden. Dieser Leitfaden zeigt, welche Zahlen in welche Station gehören, wie Stapler-, Gefahrgut- und Zollqualifikationen korrekt benannt werden und wie der Weg von der Fachkraft über die Schichtleitung bis zur Logistikleitung oder in die Supply-Chain-Planung im Lebenslauf sichtbar wird.

Worauf Recruiter beim Lebenslauf für Logistiker und Supply-Chain-Manager zuerst achten

Zuerst wird die Umgebung geprüft: Handel, Industrie, Kontraktlogistik und Spedition arbeiten unterschiedlich, und ein Zentrallager mit 18.000 Palettenplätzen ist eine andere Welt als ein Produktionslager mit Kanban-Anbindung. Der zweite Blick gilt dem Mengengerüst – Fläche, Sendungen pro Tag, Teamgröße, Schichtmodell. Dann folgen die Systeme: Wer SAP EWM produktiv genutzt hat, wird anders eingeplant als jemand, der Bestände in Excel geführt hat. Erst danach kommen die Zusatzscheine, und die werden genau gelesen, weil ein gültiger Nachweis den Einsatz ohne Wartezeit ermöglicht. Bei Leitungsstellen dreht sich die Reihenfolge um: Dort stehen Budget, Standortanzahl, Dienstleistersteuerung und die Frage nach disziplinarischer Führung ganz oben. Im operativen Bereich wird fast immer auch die Schichtbereitschaft mitgeprüft.

Aufbau: Die richtige Reihenfolge für Logistiker und Supply-Chain-Manager

Der Lebenslauf folgt dem tabellarischen Standardaufbau – entscheidend ist, was in dieser Rolle nach oben gehört und wie ausführlich die einzelnen Abschnitte ausfallen. Für Logistiker und Supply-Chain-Manager hat sich diese Reihenfolge bewährt:

  1. Kontaktdaten und Kurzprofil. Drei bis vier Zeilen mit Jahren in der Logistik, Branche und Lagerart, größtem Mengengerüst, Führungsspanne und – im operativen Bereich – Schichtbereitschaft und gültigen Scheinen.
  2. Berufserfahrung mit Mengengerüst und Kennzahlen. Pro Station Lagerart, Fläche oder Palettenplätze, Sendungs- oder Auftragsvolumen und Teamgröße nennen, darunter drei bis fünf Ergebnisse statt der Tätigkeitsliste.
  3. Ausbildung. Abschluss exakt wie im IHK-Zeugnis: Fachlagerist, Fachkraft für Lagerlogistik, Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung – mit Betrieb, Kammer und Jahr.
  4. Weiterbildung und Zusatzqualifikationen. Logistikmeister, Fachwirt, AEVO, Lean-Zertifikate; jeweils mit Jahr und – bei befristeten Nachweisen – mit Gültigkeit.
  5. Fahrerlaubnisse und Nachweise. Eigener kompakter Block bei operativen Stellen: Staplerschein mit Gerätearten, ADR, Ladungssicherung, Kranschein, Führerscheinklassen. Bei Planungsstellen entfällt er.
  6. Kenntnisse. WMS, TMS und ERP mit Produktnamen, Kommissionierverfahren, Zollsoftware, Auswertungswerkzeuge, Sprachen mit Niveau nach GER.

Kurzprofil für Logistiker und Supply-Chain-Manager: Beispiele

Das Kurzprofil steht direkt unter den Kontaktdaten und beantwortet in drei bis fünf Zeilen, wer Sie sind, wie lange Sie was gemacht haben und wohin Sie wollen. Zwei Muster, die Sie an Ihre Zahlen anpassen:

  • „Fachkraft für Lagerlogistik mit 8 Jahren Erfahrung im Handelszentrallager, zuletzt Schichtleitung für 26 Mitarbeitende im Drei-Schicht-Betrieb auf 24.000 m² und 18.500 Palettenplätzen. Sicher in SAP EWM und Pick-by-Voice, Staplerschein nach DGUV Grundsatz 308-001 für Front- und Schubmaststapler (2018), ADR-Schulungsbescheinigung gültig bis 2029. Ziel: Verantwortung für einen Lagerbereich mit Kennzahlen- und Budgetverantwortung."
  • „Logistikleiter mit 14 Jahren Erfahrung in Industrie und Kontraktlogistik, verantwortlich für zwei Standorte mit 62 Mitarbeitenden, ein Logistikbudget von 9,4 Mio. Euro und die Steuerung von vier Frachtführern. Geprüfter Logistikmeister (IHK, 2016), Schwerpunkte Netzwerk- und Bestandsplanung, WMS-Einführung und Lean-Programme. Zuletzt Liefertreue über zwei Jahre stabil bei 98 Prozent bei um 11 Prozent gesenkten Frachtkosten je Sendung."

Berufserfahrung formulieren: Muster-Station und Beispiele

Jede Station braucht Zeitraum, Titel, Arbeitgeber mit Größenordnung – und darunter drei bis fünf Ergebnisse statt einer Aufgabenliste. So kann eine Station im Lebenslauf für Logistiker und Supply-Chain-Manager aussehen:

04/2021 – heute · Schichtleiter Lagerlogistik (Wareneingang, Kommissionierung, Versand) – Zentrallager eines Handelsunternehmens, 24.000 m², 18.500 Palettenplätze, Drei-Schicht-Betrieb
• Schichtverantwortung für 26 Mitarbeitende, davon 8 Zeitarbeitskräfte; rund 1.400 Kommissionieraufträge und 210 Versandpaletten je Schicht
• Liefertreue (OTIF) von 94,2 auf 98,1 Prozent gesteigert – über Vorabplanung der Versandfenster und eine feste Übergabe an die Folgeschicht
• Kommissionierfehlerquote von 0,8 auf 0,3 Prozent gesenkt nach Einführung von Pick-by-Voice und wöchentlicher Fehlerauswertung mit dem Team
• Wareneingang von durchschnittlich 55 Lkw pro Tag gesteuert; Durchlaufzeit von Anlieferung bis Einlagerung von 4,5 auf 2,0 Stunden reduziert
• Umstellung von SAP WM auf SAP EWM als Key User Lager begleitet: Testfälle, Schulung von 40 Mitarbeitenden, Go-live ohne Versandausfall; Bestandsgenauigkeit über permanente Inventur zuletzt 99,6 Prozent

Der Unterschied zwischen einer schwachen und einer starken Formulierung liegt fast immer in Zahl, Umfang und Ergebnis:

Schwach (Aufgabe)Stark (Ergebnis)
Kommissionierung von WarenKommissionierung von durchschnittlich 380 Positionen je Schicht per Pick-by-Voice; Fehlerquote im Jahresmittel 0,3 Prozent bei einer Bestandsgenauigkeit von 99,6 Prozent
Disposition von TransportenDisposition von rund 120 Touren pro Woche für 22 eigene Lkw und 6 Frachtführer; Leerkilometeranteil von 18 auf 12 Prozent gesenkt
Führung eines Teams im LagerDisziplinarische Führung von 26 Mitarbeitenden im Drei-Schicht-Betrieb, davon 8 Zeitarbeitskräfte; Fluktuation innerhalb von zwei Jahren halbiert
Optimierung von ProzessenNeugestaltung der Kommissionierzone nach Wertstromanalyse (ABC-Zonierung, 5S); Wegezeiten je Auftrag um rund 20 Prozent verkürzt, Investition nach 9 Monaten amortisiert
Arbeit mit SAPKey User Lager bei der Umstellung von SAP WM auf SAP EWM: 140 Testfälle, Schulung von 40 Mitarbeitenden, Go-live ohne Versandausfall
ZollabwicklungRund 900 Ausfuhranmeldungen pro Jahr in ATLAS; Mitarbeit an der AEO-C-Bewilligung des Unternehmens (Verfahrensanweisungen, internes Audit)

Kenntnisse: Hard Skills und Soft Skills für Logistiker und Supply-Chain-Manager

Fachkenntnisse gehören als benannte Begriffe in den Lebenslauf – so, wie sie in Stellenanzeigen stehen, damit Recruiter und Bewerbermanagementsysteme sie finden. Soft Skills nur mit Beleg, nie als Adjektivliste.

Hard Skills (benennen)Soft Skills (belegen)
Lagerverwaltung mit SAP EWM, WM und MM (Wareneingang, Bestandsführung, Inventur)Führung im Schichtbetrieb – 26 Mitarbeitende in drei Schichten, davon 8 Zeitarbeitskräfte
WMS und TMS mit Produktnamen, Frachtenvergabe und ZeitfenstermanagementBelastbarkeit – Peak-Saison mit rund 40 Prozent höherem Sendungsvolumen über acht Wochen
Kommissionierverfahren: Pick-by-Voice, Pick-by-Light, MDE-Scanner, RFIDKommunikation an Schnittstellen – tägliche Abstimmung zwischen Vertrieb, Produktion und vier Frachtführern
Disposition und Tourenplanung, Fuhrparksteuerung, FrachtkostenkontrolleVeränderungsfähigkeit – WMS-Umstellung bei laufendem Betrieb ohne Versandausfall
Bestandsmanagement: Reichweite, Sicherheitsbestand, ABC-/XYZ-Analyse, permanente InventurEntscheidungsfähigkeit unter Zeitdruck – Ersatzdisposition bei Lkw-Ausfall, Termintreue gehalten
Zoll und Außenhandel: ATLAS, Incoterms 2020, Präferenzrecht, AEO-Verfahrensanweisungen
Lean-Methoden: 5S, Kaizen, Wertstromanalyse, Shopfloor-Management
Staplerschein nach DGUV Grundsatz 308-001 mit Gerätearten (Front-, Schubmast-, Hochregalstapler)
ADR-Schulungsbescheinigung nach Kapitel 8.2 ADR (Basiskurs, ggf. Tank), mit Gültigkeit
Ladungssicherung nach VDI 2700a, Gefahrstofflagerung nach TRGS 510, Arbeitssicherheit

Ausbildung, Zertifikate und Weiterbildung

Fachlagerist (zwei Jahre) und Fachkraft für Lagerlogistik (drei Jahre) sind zwei Abschlüsse derselben Verordnung von 2004 (LWLogAusbV); die abgeschlossene Fachlageristenausbildung wird auf das dritte Jahr angerechnet. Schreiben Sie beide untereinander mit Jahr und Kammer, das erklärt den Werdegang ohne Rückfragen. Im gewerblichen Bereich folgt der Aufstieg über den Geprüften Logistikmeister (IHK), im kaufmännischen über den Geprüften Fachwirt für Logistiksysteme oder den Fachwirt für Güterverkehr und Logistik – beide auf Niveau 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens, ebenso wie ein Bachelorabschluss. Ohne Ausbildung ist nach ausreichender Praxis die Externenprüfung nach § 45 Abs. 2 BBiG möglich. In Planung und Supply Chain zählen zusätzlich ASCM-Zertifikate wie CSCP oder CLTD sowie Six-Sigma-Belts, jeweils mit Jahr.

Staplerschein, Gefahrgut, Ladungssicherung: die Nachweise korrekt bezeichnen

Kein anderer Teil des Logistik-Lebenslaufs wird so oft falsch geschrieben – und so genau gelesen. Der Staplerschein ist die Qualifizierung nach DGUV Grundsatz 308-001; die Erlaubnis, im Betrieb tatsächlich zu fahren, entsteht erst durch die schriftliche Beauftragung des Unternehmers nach § 7 DGUV Vorschrift 68. Für den Lebenslauf reicht die Qualifizierung mit Jahr, wichtiger sind die Gerätearten: „Staplerschein (DGUV Grundsatz 308-001, 2018), Front-, Schubmast- und Hochregalstapler" sagt einer Lagerleitung mehr als jedes Datum. Beim Gefahrgut gehören drei Dinge auseinander: die ADR-Schulungsbescheinigung nach Kapitel 8.2 ADR – der „ADR-Schein" für Fahrer, gültig fünf Jahre ab bestandener Prüfung –, die Unterweisung beauftragter Personen nach Kapitel 1.3 ADR für Verlader, Packer und Disponenten, die keine Kammerprüfung erfordert, und der Gefahrgutbeauftragte nach der Gefahrgutbeauftragtenverordnung mit IHK-Prüfung. Wer pauschal „Gefahrgut" schreibt, wird auf der untersten Stufe eingeordnet. Ladungssicherung wird als Schulungsnachweis nach VDI 2700a geführt. Befristete Nachweise immer mit Gültigkeit angeben: „ADR Basiskurs, gültig bis 06/2029".

Zeitarbeit und Einsatzwechsel im Lebenslauf darstellen

Zeitarbeit ist in der Logistik der Regelfall und kein Makel – unruhig wirkt nur die falsche Darstellung. Der Personaldienstleister ist Ihr rechtlicher Arbeitgeber und steht als Station mit dem gesamten Beschäftigungszeitraum im Lebenslauf; die Einsätze kommen darunter eingerückt, jeweils mit Kundenbranche oder Kundenname, Zeitraum und Tätigkeit. Wer stattdessen jeden Einsatz als eigene Station listet, produziert acht Blöcke in vier Jahren und weckt den Verdacht auf Job-Hopping, obwohl es ein durchgehendes Arbeitsverhältnis war. Bei sehr vielen kurzen Einsätzen fassen Sie thematisch zusammen: „08/2019 – 03/2022 · Personaldienstleister XY, Einsätze in Automobilzulieferung und Lebensmittellogistik: Wareneingang, Kommissionierung mit MDE, Staplerfahren im Blocklager". Eine Übernahme in die Stammbelegschaft gehört ausdrücklich hin, weil sie ein Qualitätsurteil des Einsatzbetriebs ist. Zeiten ohne Einsatz zwischen zwei Verträgen behandeln Sie wie jede andere Unterbrechung – wie das aussieht, zeigt der Beitrag zu Lücken im Lebenslauf.

Vom Lager in die Schichtleitung, in die Leitung oder in die Planung

Die drei häufigsten Karriereschritte der Branche verlangen jeweils andere Belege. Für die Schichtleitung zählt, was Sie ohne Rückfrage entscheiden durften: Personaleinsatz für die Schicht, Übergabe an die Folgeschicht, Einarbeitung neuer Kollegen, Freigabe von Bestandskorrekturen, Vertretung des Teamleiters an X Tagen im Jahr. Für die Lager- oder Logistikleitung verschieben sich die Größen zu Budget, Standorten, Investitionen, Dienstleisterverträgen und Kennzahlenverantwortung; Logistikmeister oder Fachwirt gehören dann bereits ins Kurzprofil, ebenso die Trennung von disziplinarischer Führung und Schichtverantwortung. Der Wechsel aus der Operative in Disposition, Bedarfsplanung oder Supply Chain Management ist dagegen Übersetzungsarbeit: Aus Bestandspflege wird Bestandsplanung, aus Tourenplanung Netzwerkplanung, aus Reklamationsbearbeitung Lieferantenbewertung. Was in Planungsstellen zusätzlich verlangt wird und in operativen Lebensläufen meist fehlt, sind Auswertungswerkzeuge – Excel auf Fortgeschrittenenniveau, Power BI, ERP-Reports – und die Teilnahme an S&OP- oder Forecast-Runden. Benennen Sie beides konkret; ein Zertifikat wie CLTD schließt den Rest. Für den fachfremden Einstieg in die Logistik hilft der Ratgeber Lebenslauf für Quereinsteiger.

Spedition, Zoll und internationale Verkehre: was davon in den Lebenslauf gehört

In der Spedition ersetzen Verkehrsträger und Sendungsstruktur das Mengengerüst des Lagers: Straße mit Stückgut, Teil- oder Komplettladung, Seefracht FCL und LCL, Luftfracht, dazu Sendungszahl, Relationen und verantwortetes Frachtvolumen. „Betreuung von 40 Kunden mit rund 250 Sendungen pro Woche, Schwerpunkt Sammelgut Benelux und Skandinavien" ist eine Positionsbeschreibung, „Auftragsabwicklung national und international" nicht. Beim Zoll lohnt Präzision besonders, weil hier oft falsch formuliert wird: Der Status des Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (AEO) nach Art. 38 Unionszollkodex ist eine Bewilligung für das Unternehmen, kein persönliches Zertifikat. Richtig heißt es deshalb „Mitarbeit an der AEO-C-Bewilligung: Verfahrensanweisungen, Schulung von 15 Mitarbeitenden, Begleitung des Zollaudits" – nicht „AEO-zertifiziert". Ihre eigene Zollpraxis belegen Sie über ATLAS mit Volumen (Ein- und Ausfuhranmeldungen pro Jahr), über Präferenzrecht und Lieferantenerklärungen sowie über Incoterms 2020 in der Vertragsgestaltung. Wer zusätzlich Gefahrgutbeauftragter nach der Gefahrgutbeauftragtenverordnung ist, führt das mit Prüfungsjahr und Gültigkeit auf.

In den Bewerbungen, die wir seit 2013 für die Logistik erstellt haben, fehlte fast nie die Erfahrung, sondern die Größenangabe: Was im Lager jeden Tag sichtbar ist, erscheint beim Schreiben nicht erwähnenswert. Ein Lagerleiter aus der Kontraktlogistik mit 14 Jahren Praxis hatte in seinem Lebenslauf „Leitung des Lagers, Personalplanung, Kennzahlenüberwachung" stehen. Im Gespräch kamen 31.000 Palettenplätze, 62 Mitarbeitende in drei Schichten, eine WMS-Einführung bei laufendem Betrieb und eine über zwei Jahre stabile Liefertreue von 98 Prozent zutage. Nach der Umstellung auf Mengengerüst je Station, zwei Kennzahlen pro Station und einem eigenen Block für Meister und Zusatzscheine drehten sich die Rückfragen im Vorstellungsgespräch nicht mehr um seine Verantwortung, sondern um seinen Kündigungstermin.

Häufige Fehler im Lebenslauf für Logistiker und Supply-Chain-Manager

Die meisten Schwächen sind keine Rechtschreibfehler, sondern Gewichtungsfehler – zu viel Aufgabe, zu wenig Ergebnis, zu wenig Rollenbezug. Diese Punkte fallen in dieser Berufsgruppe besonders häufig auf:

  • Tätigkeitsliste statt Mengengerüst – „Wareneingang, Kommissionierung, Versand" beschreibt jede Lagerstelle in Deutschland und keine einzige Leistung.
  • Lagerart und Branche fehlen – ohne „Zentrallager Handel, 24.000 m²" oder „Produktionsversorgung mit Kanban" kann niemand einschätzen, wie Sie gearbeitet haben.
  • Systeme nur als Oberbegriff – „ERP- und Lagersoftware" fällt durch jeden Filter; SAP EWM, SAP MM, das WMS und das TMS gehören mit Namen in den Lebenslauf.
  • Zusatzscheine ohne Grundlage, Jahr und Gültigkeit – „Gefahrgut, Stapler" lässt offen, ob ADR-Schein, 1.3-Unterweisung oder Gefahrgutbeauftragter gemeint ist.
  • Jeder Zeitarbeitseinsatz als eigene Station – aus einem durchgehenden Arbeitsverhältnis werden acht Blöcke, die nach Job-Hopping aussehen.
  • Kennzahlen ohne Ausgangswert – „Liefertreue 98 Prozent" wirkt gesetzt, „von 94,2 auf 98,1 Prozent gesteigert" zeigt Ihren Anteil daran.

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Häufig gestellte Fragen

Pro Station Lagerart und Größenordnung (Fläche, Palettenplätze, Aufträge oder Sendungen pro Tag), das Schichtmodell und die Systeme mit Namen – SAP EWM oder WM, das WMS, MDE oder Pick-by-Voice. Darunter drei bis fünf Ergebnisse mit Kennzahl: Kommissionierleistung, Fehlerquote, Bestandsgenauigkeit, Durchlaufzeit im Wareneingang. Dazu ein kompakter Block mit Staplerschein, Gefahrgut- und Ladungssicherungsnachweisen samt Jahr und Gültigkeit.
Mit Grundlage, Jahr und Gerätearten: „Staplerschein nach DGUV Grundsatz 308-001 (2018), Front-, Schubmast- und Hochregalstapler". Die Gerätearten sind wichtiger als das Datum, weil sie über den Einsatzbereich entscheiden. Die Erlaubnis, im Betrieb zu fahren, entsteht ohnehin erst durch die schriftliche Beauftragung nach § 7 DGUV Vorschrift 68 – im Lebenslauf genügt die Qualifizierung. Erfahrung in Meter Hubhöhe oder Schmalgang können Sie ergänzen.
Im Lager Liefertreue beziehungsweise OTIF, Kommissionierleistung und Fehlerquote, Bestandsgenauigkeit und Inventurdifferenz, Durchlaufzeiten. Im Transport Tourenzahl, Auslastung, Leerkilometeranteil und Frachtkosten je Sendung. In Leitung und Supply Chain Logistikkostenquote, Bestandswert und Reichweite, Lieferantenperformance. Zwei bis drei Werte pro Station reichen; nennen Sie den Ausgangswert mit, sonst bleibt unklar, was Ihr Anteil war.
Der Personaldienstleister steht als Arbeitgeber mit dem gesamten Beschäftigungszeitraum in der Zeitleiste, die Einsätze darunter eingerückt mit Zeitraum, Einsatzbetrieb oder dessen Branche und Tätigkeit. So bleibt ein durchgehendes Arbeitsverhältnis auch als solches erkennbar. Bei vielen kurzen Einsätzen fassen Sie thematisch zusammen. Eine Übernahme in die Stammbelegschaft gehört ausdrücklich in den Lebenslauf, weil sie für Ihre Leistung im Einsatz spricht.
Über Nachweise und übertragbare Praxis. Ein Staplerschein nach DGUV Grundsatz 308-001, eine Ladungssicherungsschulung nach VDI 2700a und die Bereitschaft zu Schichtarbeit sind im operativen Bereich handfeste Einstiegsargumente und gehören ins Kurzprofil. Aus früheren Tätigkeiten zählen Scanner- und Systemarbeit, Bestandsverantwortung, körperliche Belastbarkeit und Zuverlässigkeit im Schichtplan. Nach ausreichender Berufspraxis ist die Externenprüfung nach § 45 Abs. 2 BBiG bei der IHK möglich.
Eine Seite genügt für operative Stellen im Lager, Versand oder in der Disposition, auch bei mehreren Arbeitgebern – kurze Einsätze werden gebündelt, ältere Stationen auf eine Zeile gekürzt. Zwei Seiten sind ab der Schicht- oder Lagerleitung üblich, weil Kennzahlen, Teamgrößen, Projekte und Weiterbildungen dazukommen. Entscheidend ist, dass die letzten fünf bis sieben Jahre mit Mengengerüst und Ergebnissen ausformuliert sind.