Lebenslauf für Berufe

Lebenslauf für Lehrerinnen und Lehrer 2026: Aufbau, Muster & Formulierungen

Aktualisiert am 17. August 2026
12 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Lehramt, Fächer und Schulform gehören in die erste Zeile des Kurzprofils – zusammen mit dem Bundesland, denn die gegenseitige Anerkennung der Lehramtsbefähigungen ist zwischen den Ländern gesondert geregelt (KMK-Beschluss vom 22.10.1999 i. d. F. vom 07.03.2013).
  • Das Referendariat steht als eigene Station in der Berufserfahrung, nicht unter Ausbildung: Zeitraum, Studienseminar, Ausbildungsschule, Fächer und Klassenstufen. Je nach Bundesland dauert der Vorbereitungsdienst zwischen zwölf und 24 Monaten (Deutscher Bildungsserver).
  • Funktionen brauchen einen Umfang. „Fachleitung Mathematik" sagt wenig, „Fachleitung Mathematik, 14 Lehrkräfte, drei Anrechnungsstunden" ordnet die Aufgabe ein.
  • Schulentwicklungs- und Digitalisierungsprojekte sind der Teil, den fast niemand ausformuliert – Reichweite, Laufzeit und Ergebnis machen daraus eine Leistung statt einer Beteiligung.
  • Das erweiterte Führungszeugnis wird nicht mitgeschickt. Es wird nach § 30a Bundeszentralregistergesetz erst vor Aufnahme der Tätigkeit verlangt, ebenso der Masernschutznachweis nach § 20 Infektionsschutzgesetz.

Ein Lebenslauf für Lehrkräfte wird zuerst an der Lehrbefähigung gemessen: welche Fächer, welches Lehramt, welche Schulform – und in welchem Bundesland das Zweite Staatsexamen abgelegt wurde. Erst danach liest die Schulleitung, was Sie unterrichtet und aufgebaut haben. Wer nur „Lehrerin für Deutsch und Englisch" schreibt, überlässt der Auswahlkommission das Raten: Klassenstufen, Kursarten, Stundenumfang, Funktionen. Dieser Leitfaden zeigt den Aufbau für die Bewerbung im staatlichen Schuldienst, für Referendariat und Quereinstieg, für Privat- und Auslandsschulen sowie für den Wechsel aus der Schule in die Bildungswirtschaft.

Worauf Recruiter beim Lebenslauf für Lehrkräfte zuerst achten

Über Lehrerstellen entscheidet selten eine Personalabteilung. Bei einer schulscharfen Ausschreibung liest eine Auswahlkommission der Schule, im Listenverfahren zunächst die Schulbehörde. Beide prüfen dieselbe Reihenfolge: Lehrbefähigung mit Fächern und Lehramt, dann der Abschluss des Vorbereitungsdienstes mit Datum, Note und Bundesland, dann die Passung zum konkreten Bedarf – fehlt der Schule Physik in der Oberstufe, entscheidet das Zweitfach über die Einladung. Danach folgt, was Sie über den Unterricht hinaus verantwortet haben: Funktionen, Fachschaftsarbeit, Digitalisierung, Inklusion, Austauschprogramme. Bei Bewerbungen auf Funktionsstellen dreht sich die Gewichtung um. Dort zählt zuerst, wie viele Lehrkräfte Sie koordiniert und welche Prozesse Sie verantwortet haben.

Aufbau: Die richtige Reihenfolge für Lehrkräfte

Der Lebenslauf folgt dem tabellarischen Standardaufbau – entscheidend ist, was in dieser Rolle nach oben gehört und wie ausführlich die einzelnen Abschnitte ausfallen. Für Lehrkräfte hat sich diese Reihenfolge bewährt:

  1. Kontaktdaten und Kurzprofil. Lehramt, Fächer, Schulform und Bundesland in die ersten beiden Zeilen; bei Bewerbungen auf Funktionsstellen zusätzlich die aktuelle Funktion mit Umfang.
  2. Lehrbefähigung und Staatsprüfungen. Eigener Block direkt darunter, drei bis fünf Zeilen: Erstes Staatsexamen oder Master of Education, Zweites Staatsexamen mit Datum, Bundesland und Note, dazu Zusatzqualifikationen wie DaZ, Beratungslehrkraft oder ein drittes Unterrichtsfach.
  3. Tätigkeit im Schuldienst. Antichronologisch; pro Station Schulform mit Größenordnung (Schülerzahl, Zügigkeit, Ganztag), unterrichtete Fächer und Jahrgänge, darunter drei bis vier Ergebnisse statt einer Aufgabenliste.
  4. Funktionen, Projekte und Gremien. Fachleitung, Stufenleitung, Beratung, Steuergruppe, Prüfungsvorsitz – jeweils mit Zeitraum, Personen- oder Klassenzahl und, wo vorhanden, Anrechnungsstunden.
  5. Studium und Vorbereitungsdienst. Studienfächer mit Universität und Abschlussdatum; das Referendariat mit Studienseminar, Ausbildungsschule, Fächern und bedarfsdeckendem Unterricht.
  6. Fortbildungen, Kenntnisse und Sprachen. Zertifikatskurse mit Jahr, Anbieter und Stundenumfang, digitale Lernplattformen namentlich (Moodle, iServ, Logineo, itslearning), Sprachniveaus nach GER.

Kurzprofil für Lehrkräfte: Beispiele

Das Kurzprofil steht direkt unter den Kontaktdaten und beantwortet in drei bis fünf Zeilen, wer Sie sind, wie lange Sie was gemacht haben und wohin Sie wollen. Zwei Muster, die Sie an Ihre Zahlen anpassen:

  • „Lehrerin für Deutsch und Englisch (Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen, Zweites Staatsexamen 05/2019, Niedersachsen) mit sechs Jahren Unterrichtserfahrung in den Jahrgängen 5 bis 13, davon vier Jahre Klassenleitung. Aufbau des schulinternen Curriculums Deutsch für die Oberstufe, Betreuung von zwei Lehramtsanwärterinnen, Zertifikatskurs Deutsch als Zweitsprache (2022). Ziel: unbefristete Stelle an einem Gymnasium im Raum Hannover mit Schwerpunkt Sprachförderung."
  • „Studiendirektor für Mathematik und Physik (Lehramt an Gymnasien, Zweites Staatsexamen 2008, Nordrhein-Westfalen), 17 Jahre Schuldienst, seit sechs Jahren Fachleitung Mathematik mit 14 Lehrkräften und drei Anrechnungsstunden. Leitung der Steuergruppe Digitalisierung: Medienkonzept für 1.100 Schülerinnen und Schüler, Einführung von 42 Tabletklassen in zwei Schuljahren. Fortbildungsreihe Schulmanagement (2023). Ziel: stellvertretende Schulleitung an einem Gymnasium oder einer Gesamtschule."

Berufserfahrung formulieren: Muster-Station und Beispiele

Jede Station braucht Zeitraum, Titel, Arbeitgeber mit Größenordnung – und darunter drei bis fünf Ergebnisse statt einer Aufgabenliste. So kann eine Station im Lebenslauf für Lehrkräfte aussehen:

08/2019 – heute · Studienrätin für Deutsch und Englisch, Vorsitz der Fachkonferenz Deutsch – Städtisches Gymnasium, rund 950 Schülerinnen und Schüler, vierzügig, gebundener Ganztag
• Unterricht in Deutsch und Englisch in den Jahrgängen 5 bis 13, 25,5 Pflichtstunden pro Woche, davon zwei Leistungskurse Deutsch mit Abiturprüfung
• Vorsitz der Fachkonferenz Deutsch mit 16 Lehrkräften: schulinternes Curriculum für Sekundarstufe I und II an den Kernlehrplan angepasst, einheitliche Klausur- und Korrekturformate für alle Jahrgänge eingeführt
• Klassenleitung in vier Jahrgängen mit durchschnittlich 29 Schülerinnen und Schülern, einschließlich Förderplanarbeit, Elterngesprächen und Zeugniskonferenzen
• Aufbau eines Austauschprogramms mit einer Partnerschule in Leeds: jährlich 24 Teilnehmende, Organisation und Finanzierung über zwei bewilligte Förderanträge, seit 2021 fest im Schulprogramm verankert
• Ausbildungsbeauftragte für drei Lehramtsanwärterinnen: wöchentliche Unterrichtsbesuche, Nachbesprechungen und Beratung bis zur Zweiten Staatsprüfung

Der Unterschied zwischen einer schwachen und einer starken Formulierung liegt fast immer in Zahl, Umfang und Ergebnis:

Schwach (Aufgabe)Stark (Ergebnis)
Unterricht in den Fächern Deutsch und EnglischUnterricht in Deutsch und Englisch in den Jahrgängen 5 bis 13, davon zwei Leistungskurse Deutsch mit Abiturprüfung, 25,5 Pflichtstunden pro Woche
KlassenlehrerinKlassenleitung in vier Jahrgängen (durchschnittlich 29 Lernende): Förderpläne, Elterngespräche, Zeugniskonferenzen, Begleitung von zwei Klassenfahrten pro Schuljahr
Mitarbeit an der Digitalisierung der SchuleLeitung der Steuergruppe Digitalisierung: Medienkonzept für 1.100 Lernende erstellt, 42 Tabletklassen in zwei Schuljahren eingeführt, 60 Kolleginnen und Kollegen schulintern fortgebildet
Fachleitung MathematikFachleitung Mathematik mit 14 Lehrkräften und drei Anrechnungsstunden: schulinternes Curriculum überarbeitet, Ergebnisse der zentralen Vergleichsarbeiten ausgewertet und in die Jahresplanung überführt
Erfahrung im Umgang mit heterogenen LerngruppenUnterricht in drei Inklusionsklassen im Team-Teaching mit der Sonderpädagogik, rund 14 Förderpläne pro Schuljahr erstellt und fortgeschrieben
Regelmäßige Teilnahme an FortbildungenZertifikatskurs Deutsch als Zweitsprache (2022, Landesinstitut), Ausbildung zur Beratungslehrkraft (2023, 120 Stunden), Fortbildung Medienkonzeptentwicklung (2024)

Kenntnisse: Hard Skills und Soft Skills für Lehrkräfte

Fachkenntnisse gehören als benannte Begriffe in den Lebenslauf – so, wie sie in Stellenanzeigen stehen, damit Recruiter und Bewerbermanagementsysteme sie finden. Soft Skills nur mit Beleg, nie als Adjektivliste.

Hard Skills (benennen)Soft Skills (belegen)
Lehrbefähigung für Deutsch und Englisch, Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (Sek I und II)Führung ohne Vorgesetztenfunktion – Fachkonferenz mit 16 Lehrkräften, Abstimmung von Curriculum und Prüfungsformaten
Zweites Staatsexamen mit Datum, Bundesland und Note; Erstes Staatsexamen oder Master of EducationBeratung – Sprechstunde als Beratungslehrkraft, rund 40 Fälle pro Schuljahr, Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeit und Jugendamt
Zusatzqualifikation Deutsch als Zweitsprache (DaZ) mit Anbieter und StundenumfangKonfliktmoderation – Elterngespräche bei Ordnungsmaßnahmen, Mediationsprogramm in vier Klassen des Jahrgangs 7
Inklusion und Förderplanarbeit: Nachteilsausgleich, Team-Teaching mit der SonderpädagogikProjektsteuerung – Austauschprogramm mit 24 Teilnehmenden jährlich, zwei bewilligte Förderanträge
Beratungslehrkraft: Ausbildung mit Jahr und Umfang, Beratungsanlässe und KooperationspartnerAnleitung und Ausbildung – Betreuung von drei Lehramtsanwärterinnen mit wöchentlicher Unterrichtsnachbesprechung
Abitur- und zentrale Abschlussprüfungen: Aufgabenerstellung, Erst- und Zweitkorrektur, Prüfungsvorsitz
Schulinterne Curriculumentwicklung entlang der Kernlehrpläne
Digitale Lernumgebungen: Moodle, iServ, Logineo NRW, itslearning, WebUntis
Medienkonzept- und Fortbildungsplanung, schulinterne Lehrkräftefortbildung
Englisch C2, Französisch B2 (GER)

Ausbildung, Zertifikate und Weiterbildung

Der Regelweg führt über ein Lehramtsstudium mit Erstem Staatsexamen oder Master of Education und den anschließenden Vorbereitungsdienst, der mit dem Zweiten Staatsexamen endet. Beide Abschlüsse gehören mit Datum, Bundesland und Note in den Lebenslauf, dazu Fächer und Lehramt. Fortbildungen nennen Sie mit Jahr, Anbieter und Stundenumfang: Zertifikatskurse der Landesinstitute, Qualifikationserweiterungen für ein drittes Unterrichtsfach, Ausbildungen zur Beratungslehrkraft, DaZ- und Medienzertifikate. Einzelne Studientage bleiben draußen. Wer eine Funktionsstelle anstrebt, nimmt Schulmanagement- und Führungsfortbildungen mit auf. Für den Wechsel aus dem Schuldienst zählen zusätzlich Erwachsenenbildung, die Ausbildereignung nach AEVO und Coaching- oder Moderationszertifikate.

Staatsexamen, Lehramt und der Wechsel in ein anderes Bundesland

Die Lehrbefähigung ist keine bundesweite Größe. Die Kultusministerkonferenz ordnet die Lehrämter sechs Lehramtstypen zu – von der Primarstufe bis zu den sonderpädagogischen Lehrämtern – und regelt die gegenseitige Anerkennung von Lehramtsprüfungen und Lehramtsbefähigungen im Beschluss vom 22. Oktober 1999 in der Fassung vom 7. März 2013. Deshalb stehen Bundesland und Lehramt in derselben Zeile wie die Staatsprüfung: „Zweites Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen (Deutsch, Englisch), 05/2019, Nordrhein-Westfalen". Auch die Dauer des Vorbereitungsdienstes ist Ländersache und reicht laut Deutschem Bildungsserver von zwölf Monaten in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern bis zu 24 Monaten in Bayern und Thüringen. Wer sich in einem anderen Land bewirbt, schreibt den Zeitraum in Monaten dazu, statt die Auswahlkommission rechnen zu lassen. In die Anlagen gehören die Prüfungszeugnisse beider Staatsexamina, Ernennungs- oder Arbeitsvertragsunterlagen und die letzte dienstliche Beurteilung.

Funktionen, Anrechnungsstunden und Schulentwicklung mit Umfang belegen

„Fachleitung", „Mitglied der Steuergruppe", „Beratungslehrer" – diese Zeilen stehen in fast jedem Lehrer-Lebenslauf und sagen für sich genommen nichts. Ergänzen Sie drei Angaben: wie viele Lehrkräfte oder Klassen die Funktion umfasst, seit wann Sie sie ausüben und mit welchem Ergebnis. Für den Umfang ist die Anrechnungsstunde die übliche Währung. Mehrere Länder unterscheiden dabei ausdrücklich zwischen Anrechnungsstunden für dienstliche Aufgaben und Ermäßigungsstunden aus Gründen in der Person, etwa Alter oder Schwerbehinderung – nur die Anrechnungsstunden gehören in den Lebenslauf, Ermäßigungsstunden sind eine Gesundheits- und Personalangelegenheit. Bei Projekten zählen Reichweite und Laufzeit: „Medienkonzept für 1.100 Lernende, 42 Tabletklassen in zwei Schuljahren" ist prüfbar, „Mitwirkung an der Digitalisierung" nicht. Bewerben Sie sich auf eine Funktionsstelle, rückt dieser Block vor die Unterrichtstätigkeit.

Privatschule, Ersatzschule und Deutsche Auslandsschule: drei andere Verfahren

Im staatlichen Schuldienst gibt es zwei Wege. Bei der schulscharfen Ausschreibung entscheidet eine Auswahlkommission der Schule über Einladung und Auswahl; im Listen- oder Ranglistenverfahren der Schulbehörde füllen Sie ein Onlineformular aus, das den Lebenslauf weitgehend strukturiert vorwegnimmt. Für das Formular gilt: Die Angaben müssen mit dem beigefügten Lebenslauf deckungsgleich sein, sonst entsteht ein Klärungsaufwand, den niemand für Sie übernimmt. Freie und kirchliche Ersatzschulen wählen ihr Personal dagegen selbst aus und lesen den Lebenslauf wie ein Unternehmen: Passung zum Schulprofil, pädagogische Ausrichtung und die Bereitschaft, Ganztag, Arbeitsgemeinschaften und Elternarbeit mitzutragen, wiegen dort schwerer als die Examensnote. An Deutschen Auslandsschulen läuft die Vermittlung als Auslandsdienstlehrkraft über die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen; vorausgesetzt werden nach deren Angaben eine Verbeamtung auf Lebenszeit oder eine unbefristete Anstellung im deutschen Schuldienst, Bewährung im Inlandsschuldienst und die Freigabe des Dienstherrn, und die Bewerbung geht auf dem Dienstweg über die Schulleitung. Ortslehrkräfte stellen die Schulen selbst ein – dort bewerben Sie sich wie auf dem freien Arbeitsmarkt, mit Kurzprofil, Anschreiben und Lebenslauf.

Quereinstieg ins Lehramt und Wechsel aus dem Schuldienst in die Wirtschaft

Beim Quer- und Seiteneinstieg entscheidet zuerst das Fach. Aufgenommen wird, wer ein Studium in einem Fach mitbringt, das einem gesuchten Unterrichtsfach entspricht und in dem das Land Bedarf hat; welche Fächer und Schulformen das sind, legen die Länder selbst fest und schreiben es regelmäßig neu aus. Der Lebenslauf beginnt deshalb mit dem Abschluss und seinem Fachbezug, nicht mit der Berufserfahrung. Darunter folgt alles, was pädagogische Praxis belegt – Ausbildungstätigkeit im Unternehmen, Lehraufträge, Trainings, Nachhilfe, Jugend- und Übungsleiterarbeit – jeweils mit Gruppengröße, Umfang und Dauer. Der Unterschied der beiden Wege gehört ins Anschreiben, nicht in den Lebenslauf: Beim Quereinstieg absolvieren Sie den Vorbereitungsdienst wie Lehramtsstudierende, beim Seiteneinstieg unterrichten Sie von Beginn an und holen die pädagogische Ausbildung berufsbegleitend nach. Umgekehrt gilt für den Wechsel in Personalentwicklung, Bildungsträger oder Bildungsverlag: Übersetzen Sie die Tätigkeit, statt sie zu benennen. Aus „Unterricht in vier Klassen der Jahrgangsstufe 9" wird „Konzeption und Durchführung von rund 900 Unterrichtseinheiten pro Jahr für Gruppen von je 28 Personen, inklusive Lernstandserhebung und Leistungsbewertung". Wie diese Übersetzung aufgebaut wird, zeigt der Leitfaden zum Lebenslauf für Quereinsteiger.

In den Bewerbungen, die wir seit 2013 für Lehrkräfte erstellt haben, fehlte am häufigsten nicht die Qualifikation, sondern der Umfang: Fächer und Funktionen standen da, aber niemand konnte ablesen, wie viele Lehrkräfte eine Fachleitung umfasst oder wie viele Klassen ein Projekt erreicht hat. Eine Lehrerin für Deutsch und Geschichte mit elf Jahren Schuldienst wollte in die betriebliche Weiterbildung wechseln; in ihrem Lebenslauf stand „Unterricht in den Fächern Deutsch und Geschichte, Sekundarstufe I und II". Nach der Umstellung auf Gruppengrößen, Curriculumarbeit, schulinterne Fortbildung und zwei belegte Projektergebnisse drehten sich die Rückfragen nicht mehr um die fachliche Passung, sondern um den Eintrittstermin. Schulleitungen und Personalentwicklerinnen lesen dieselbe Sprache: Umfang, Zahl, Ergebnis.

Häufige Fehler im Lebenslauf für Lehrkräfte

Die meisten Schwächen sind keine Rechtschreibfehler, sondern Gewichtungsfehler – zu viel Aufgabe, zu wenig Ergebnis, zu wenig Rollenbezug. Diese Punkte fallen in dieser Berufsgruppe besonders häufig auf:

  • Fächer ohne Klassenstufen – „Deutsch und Englisch" lässt offen, ob Sie in der Oberstufe unterrichtet und Abiturprüfungen abgenommen haben. Jahrgänge und Kursarten dazuschreiben.
  • Zweites Staatsexamen ohne Bundesland und Lehramt – die Anerkennung zwischen den Ländern ist gesondert geregelt; ohne diese Angaben entsteht eine Rückfrage statt einer Einladung.
  • Funktionen ohne Umfang – „Fachleitung", „Steuergruppe", „Beratungslehrer" sind Titel. Erst Lehrkräftezahl, Anrechnungsstunden oder Fallzahl machen daraus eine Leistung.
  • Der Lebenslauf als Fortbildungsliste – zwanzig eintägige Veranstaltungen verdrängen die zwei Zertifikatskurse, auf die es ankommt.
  • Erweitertes Führungszeugnis und Impfnachweis in den Anlagen – beides wird erst vor Dienstantritt verlangt und hat in der Bewerbungsmappe nichts verloren.
  • Schule ohne Größenordnung – „Gymnasium in Musterstadt" sagt nichts. Schulform, Schülerzahl, Zügigkeit und Besonderheiten wie Ganztag oder Inklusionsschwerpunkt ordnen Ihre Erfahrung ein.

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Häufig gestellte Fragen

Als eigene Station in der Berufserfahrung, nicht unter Ausbildung: Zeitraum in Monaten, Bezeichnung „Vorbereitungsdienst (Lehramtsanwärterin)", Studienseminar beziehungsweise Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung, Ausbildungsschule mit Schulform, unterrichtete Fächer und Jahrgänge sowie der bedarfsdeckende Unterricht mit Stundenzahl. Darunter das Zweite Staatsexamen mit Datum, Note und Bundesland. Die Dauer unterscheidet sich je nach Land zwischen zwölf und 24 Monaten – deshalb sind Monatsangaben wichtiger als Jahreszahlen.
Studienfächer, Universität, Erstes Staatsexamen oder Master of Education mit Note und Datum sowie das angestrebte Lehramt. Danach alles, was Unterrichtspraxis belegt: Praxissemester und Schulpraktika mit Schulform und Umfang, Vertretungsunterricht, Nachhilfe, Nachmittagsbetreuung, Jugend- oder Übungsleiterarbeit. Bei fachfremden Nebenjobs stellen Sie den Bezug zum Unterrichtsfach oder zur Gruppenarbeit her. Ein Kurzprofil lohnt sich, wenn Sie Schulform- und Fächerwunsch begründen wollen.
Nein. Schulbehörden und Schulträger verlangen es nach § 30a Bundeszentralregistergesetz vor Aufnahme der Tätigkeit, nicht mit den Bewerbungsunterlagen; beantragt wird es erst nach schriftlicher Aufforderung des künftigen Arbeitgebers. Ebenso wenig gehört der Masernschutznachweis in die Mappe, obwohl er nach § 20 Infektionsschutzgesetz für alle nach dem 31.12.1970 geborenen Beschäftigten an Schulen Einstellungsvoraussetzung ist. Beides erwähnen Sie höchstens im Anschreiben als Bereitschaft.
Stellen Sie den Studienabschluss und seinen Bezug zum gesuchten Unterrichtsfach an den Anfang – die Länder öffnen den Quer- und Seiteneinstieg nur für Fächer und Schulformen mit Bedarf und legen die Liste selbst fest. Darunter folgt pädagogische Praxis mit Zahlen: Ausbildung im Betrieb, Lehraufträge, Trainings, Vereins- und Jugendarbeit. Beim Quereinstieg gehen Sie in den Vorbereitungsdienst, beim Seiteneinstieg unterrichten Sie sofort und qualifizieren sich berufsbegleitend.
Freie und kirchliche Ersatzschulen wählen ihr Personal selbst aus und lesen den Lebenslauf wie ein Unternehmen: Sie prüfen die Passung zum Schulprofil, zur pädagogischen Ausrichtung und zur Bereitschaft, Ganztag, Arbeitsgemeinschaften und Elternarbeit mitzutragen. Projekte und Zusatzqualifikationen rücken nach vorn, die Examensnote tritt zurück. Im staatlichen Verfahren entscheidet dagegen entweder eine schulische Auswahlkommission über eine ausgeschriebene Stelle oder ein Listenverfahren der Behörde, das die Daten über ein Onlineformular abfragt.
Übersetzen Sie Unterricht in Leistung: Gruppengrößen, Zahl der Veranstaltungen pro Jahr, Curriculum- und Materialentwicklung, Lernstandserhebung und Leistungsbewertung, Elterngespräche als Stakeholder-Kommunikation, Fachkonferenz als Gremienarbeit mit Personalumfang. Ein Kurzprofil an den Anfang, das die Zielrolle benennt, und die Erfahrungen nach Relevanz für die Zielstelle ordnen statt streng nach Schuljahren. Zertifikate aus Erwachsenenbildung, Ausbildereignung nach AEVO oder Coaching gehören weit nach oben.